Die als RT-Modell (Lösung der Bilanzgleichung) und Bern-CC-Modell beschriebenen Verfahren der Berechnung zukünftiger atmosphärischer CO2-Emissionen werden für 4 unterschiedliche Szenarien niedriger, gleichbleibender, hoher und sehr hoher linearer Emissionsverläufe zwischen 2024 und 2100 angewandt.

Abb. 1 | Verläufe der CO2-Konentration je nach Szenario und Modellierung
RT-Modell: durchgezogene Kurven / Bern-CC-Modell (IPCC 2007): gepunktete Kurven
Für das gelb gezeichnete Szenario (linear steigende CO2-Emissionen bis 62 Gt/Jahr im Jahr 2100) liefern beide Verfahren gleiche Werte.
Für höhere Emissionen (87 Gt/Jahr im Jahr 2100) liefert das RT-Modell höhere Werte, während für gleichbleibende oder niedrige Emissionen das Bern-CC-Modell zu höheren Konzentrationen kommt, wobei der Unterschied zum RT-Modell umso größer ist, je niedrigere Emissionen angesetzt werden. Das Verhalten hat seine Entsprechung mit den für die 4 Szenarien für das Bern-CC-Modell ermittelten Relaxationszeiten: Je weniger emittiert wird, auf umso höhere Werte steigt die vom Bern-CC-Modell prognostizierte Relaxationszeit. Das RT-Modell kommt hingegen zum Ergebnis, daß höhere Emissionen zu höheren CO2-Konzentrationen und damit zu höheren Relaxationszeiten führen, so wie es bei den bisherigen Emissions- und CO2-Konzentrations-Daten beobachtet werden konnte – siehe Abb. 2 – und damit zu erwarten ist.

Abb. 2 | Modellierung der Relaxationszeit τ(C) (rot) im Vergleich zu Berechnungen der aus der Bilanzgleichung hergeleiteten Relaxationszeit τ(C) = (C-Co)/(E(t)/m1 – dC/dt), wobei die verwendeten und numerisch differenzierten CO2-Konzentrationswerte C aus 3 unterschiedlichen Quellen stammen:
blau: CO2-Konz.-Meßwerte, numerisch differenziert über ±3 Punkte
grün: Mit dem Bern Carbon Cycle Modell berechnete CO2-Konz.-Werte, num. differenziert über jew. ±1 Punkte
gelb: Aus der Bilanzgleichung unter Verwendung der Modellierung τ(C) (rot) ermittelte CO2-Konz.-Werte, num. differenziert über jew. ±1 Punkte
Fazit: Das Bern-CC-Modells ist offenbar für vergleichsweise hohe und steigende Emissionen ausgelegt, für die es gute Prognosen liefert. Für sehr hohe Emissionen (deren Folgen es unterschätzt) und gleichbleibende oder niedrige Emissionen (deren Folgen es dramatisiert) liefert es hingegen nicht nachvollziehbare und damit wenig glaubwürdige Ergebnisse.