Verursacher

Zwei Drittel der Welt-CO2-Emissionen stammen aus den folgenden 10 Ländern:
(Quelle: „Annual CO2 emissions“ in „Our World in Data“)

Aus der dargestellten Tabelle mit der Grafik „Anteil an den Welt-Emissionen“ geht hervor, daß die 10 Länder China, USA, Indien, Rußland, Japan, Deutschland, Südkorea, Brasilien, UK und Frankreich seit 2003 weitgehend konstant für 63 bis 66 % der Welt-CO2-Emissionen verantwortlich sind. In diesen 20 Jahren haben allein China und Indien ihren Anteil von 21% (6 Gt/Jahr 2003) auf 40% (15 Gt/Jahr 2023) gesteigert, während die übrigen der genannten Länder ihren Anteil von 42% (11,5 Gt/Jahr 2003) auf 26% (10 Gt/Jahr 2023) gesenkt haben.

Mit anderen Worten: Der Zuwachs von 10 Gt/Jahr Welt-CO2-Emissionen während der vergangenen 20 Jahre kam praktisch allein von China und Indien, die mit 2,9 Mrd. Einwohnern für 35% der Menschheit stehen. Im Vergleich zu diesem Zuwachs, der nach wie vor weitergeht, sind die kostspieligen CO2-Einsparmaßnahmen in den übrigen Ländern weitgehend wirkungslos bzgl. des politisch propagierten Ziels, die Welt-CO2-Emissionen deutlich zu senken.

Pro-Kopf-Emissionen

Die folgende Grafik zeigt, daß der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 seit 1970 (55 Jahre, in denen fast 80 % der gesamten bisherigen CO2-Emissionen erfolgten) nahezu konstant bei 4 bis 5 t pro Jahr liegt. Aus der „CO2 emissions per capita“-Grafik in „Our World in Data“ kann man ablesen, daß England und Frankreich derzeit (2023) mit 4,4 bzw. 4,1 t/Jahr mit ihren Pro-Kopf-Emissionen leicht unter dem Mittelwert (4,7 t/Jahr) liegen (Grund: viele Kernkraftwerke). Indien und Brasilien liegen mit ca. 2 t/Jahr (noch) darunter, China (8,4 t/Jahr), Japan (8,0 t/Jahr) und Deutschland (7,1 t/Jahr) liegen unter 10 t/Jahr, während Rußland (12,5 t/Jahr), Südkorea (11,2 t/Jahr) und die USA (14,3 t/Jahr) die Spitzenreiter sind.

Allerdings darf man nicht vergessen, daß Exportnationen auch deshalb viel CO2 emittieren, weil eine Produktnachfrage aus Ländern mit geringeren Pro-Kopf-Emissionen besteht. Eine Verlagerung von Produktionsstandorten aus Ländern mit hohen Pro-Kopf-Emissionen in aufstrebende Länder wie Brasilien, Indien oder China würde zwar die Pro-Kopf-Emissionen angleichen, am globalen CO2-Ausstoß aber nichts ändern.

Die seit 55 Jahren nahezu konstante Pro-Kopf-Emissionsrate ist ein Anzeichen dafür, daß man der Produzenten-Sicht auch eine Konsumenten-Sicht gegenüberstellen muß, denn niemand produziert Güter, für die es keinen Bedarf gibt – siehe auch die grundsätzlichen Überlegungen zu den Folgen des Bevölkerungswachstums. CO2-Emissions-Einsparungen der alten Industrieländer (ohne nennenswertes Bevölkerungswachstum) können nicht ausgleichen, was in den aufstrebenden Ländern jährlich an Emissionen hinzukommt – siehe oben.