Anthropogene CO2-Emissionen durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und durch die Industrie (Zement, Ammoniak-Synthese) steigerten sich von 0,2 Gt/Jahr (1850) auf 34,5 Gt/Jahr (2011) und stagnieren seit 2012 auf Werten zwischen 35 und 38 Gt/Jahr – siehe Grafik:
Die Datenquellen des Bildes der jährlichen globalen CO2-Emissionen sind https://ourworldindata.org/grapher/co2-by-source. und https://ourworldindata.org/grapher/co2-land-use
Ebenfalls auf Grafiken aus „Our World in Data“ basieren die Informationen zu den Verursachern der bisher Jahr für Jahr steigenden CO2-Emissionen.
Die Emissionen durch Landnutzungsänderung (Emissions from Land Use Change – abgekürzt ELUC – rote Kurve im Bild; erst ab ca. 1970 deutlich kleiner als die übrigen CO2-Emissionen) sind wesentlich weniger genau zu ermitteln wie die Emissionen aus fossilen Brennstoffen oder Zementherstellung – siehe R Ganzenmüller et al 2022 Environ. Res. Lett. 17 064050. In der Einleitung des Artikels steht:
Compared to fossil CO2 emissions, estimates of ELUC are subject to high relative uncertainties (Arneth et al 2017). In the Global Carbon Budget 2020 (GCB2020), the uncertainty in ELUC estimates was specified to be, with a likelihood of at least 68% (±1σ), in the range of ±0.7 GtC yr−1 based on a best-value judgement (Friedlingstein et al 2020). In relative terms, this translates to an uncertainty of 43.8% (in comparison, fossil CO2 emissions: 5.2%).
Übersetzt: Im Vergleich zu fossilen CO2-Emissionen unterliegen Schätzungen der ELUC relativ hohen Unsicherheiten (Arneth et al. 2017). Im Global Carbon Budget 2020 (GCB2020) wurde die Unsicherheit der ELUC-Schätzungen mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 68 % (±1σ) auf ±0,7 GtC yr−1 angegeben, basierend auf einer Best-Value-Beurteilung (Friedlingstein et al. 2020). Relativ ausgedrückt entspricht dies einer Unsicherheit von 43,8 % (im Vergleich dazu: fossile CO2-Emissionen: 5,2 %).
Die nicht durch Landnutzungsänderung hervorgerufene anthropogene CO2-Emission lag bis ca. 1890 nahe bei Null (unter 1.3 Gt/Jahr), wie aus dem Bild oben hervorgeht. Wie wenig 1.3 Gt/Jahr ist, wird deutlich, wenn man die natürliche (jahreszeitlich bedingte) Schwankung der atmosphärischen CO2-Konzentration betrachtet, die ±3 ppm, also ca. ±20 Gt beträgt (siehe Keeling-Kurve des NOAA Global Monitoring Laboratory).
Der Abbildung „Kumulierte CO2-Emissionen“ kann man entnehmen, daß bis 1945 erst ca. 10 Prozent der bisherigen Gesamt-Emissionen erfolgt waren.